Ausbildungskompanie 4/5


 

Aus welchen Gründen auch immer, eine Kompanie-Chronik hat es in der 4/5 nie gegeben.

Dennoch war es anhand weniger Akten und Schriftstücke einfach, das Wichtigste chronologisch zusammenzufassen.                                                                                                                                       


Im Dezember 1961 wurde die Ausbildungskompanie 4/5 in Daaden/Westerwald im Lager
Stegskopf aufgestellt. Ihr Disziplinarbuch, am 13.12.1961 eröffnet, bezeugt dies. Ab 1. Januar 1962 bildete die AusbKp 4/5 im Quartals- Rhythmus Rekruten für den Bereich der 5. PzDiv aus. Truppendienstlich war die Kompanie fünf Jahre lang dem PzArtBtl 145 Koblenz/Niederlahnstein unterstellt.
 
Am 21. November 1965 wurde die Kompanie nach Wetzlar in die Sixt-von-Armin-Kaserne verlegt. Am 31. Dezember 1966 wechselte die truppendienstliche Unterstellung zum PzBtl 134. Hptm Richter schied als letzter Artillerieoffizier und KpChef der AusbKp 4/5 am 31.03.1971 in eine andere Verwendung aus.
 
Ab 01. April 1971 stellte die Panzertruppe das Führungspersonal. Der erste Panzer-Chef
war Hptm Hahn, der die Kompanie zwei Jahre lang führte und am 01.04.1973 an Hptm Rojahn übergab. Mit ihm ging auch der alte kriegsgediente KpFw HFw Herbert Gritz in eine neue Verwendung. HFw Werner Stephan, vormals PzZgFhr und KpTrpFhr der 2./PzBtl 134, wurde der neue Kompaniefeldwebel.
 
Der Ausbildungsauftrag der Kompanie wechselte in den frühen 70er Jahren öfters. Es gab verschiedene Ausbildungszüge mit Einstellungs-Rythmen von 4-, 6- und auch 8 Wochen - Rekruten, die teilweise parallel ausgebildet wurden. Kraftfahrer, Melder, Fernmelder sowie Richt- und Ladeschützen verließen seinerzeit grundausgebildet die AusbKp 4/5. Obwohl die Kapazität der Kompanie auf maximal 168 Rekruten festgelegt war, kam es häufiger zu Überbelegungen. Der Jahrgang 1972 stellte mit 230 Rekruten einen gewissen Rekord dar.
 
Ab dem 01. Januar 1974 wurden in der AusbKp 4/5 Rekruten im 6-Wochen Rhythmus ausgebildet. Das bedeutete rund 1000 Rekruten pro Jahr. Am 1. April 1975 übernahm Hptm Wiese die Führung der AusbKp 4/5. Mit 4 ½ Jahren führte er bis dahin die Dienstgeschäfte der Kompanie am längsten. Ein homogenes Uffz-Korps, das sich seinen Nachwuchs aus den besten länger dienenden Rekruten auswählen durfte, konnte die Ausbildung qualitativ erheblich steigern und das trotz aller Monotonie des 6- Wochen-Zeitablaufs.
 
Besonders hervorzuheben ist, dass sich die Kompanie einen hervorragenden Ruf erworben hatte. Neben dem guten Zusammenhalt aller Stammsoldaten, der auch über die Zeit nach dem aktiven Dienst hinaus reichte, neben einer qualitativ guten Ausbildung, bei der die fürsorgliche und gerechte Behandlung der jungen Rekruten im Vordergrund stand, war der gute sportliche Geist ein von allen gewollter Schwerpunkt. Zahlreiche Sportler und Leistungsträger unserer hessischen Vereine - darunter auch Sportler der höchsten Klassen - wurden in der 4/5 ausgebildet oder wählten sie als ihre militärische Heimat, indem sie als Funktioner oder Ausbilder zum Stammpersonal kamen. Nicht zuletzt waren Mannschaften vieler Ballsportarten der Kompanie beliebte Gegner in manchen Turnier-Veranstaltungen. Zahlreiche Urkunden, Pokale und Erinnerungswimpel zeugen von der sportlichen Leistungsstärke dieser Kompanie, die im Divisionsvergleich stets einen Spitzenplatz einnahm.
 
Am 30.September 1979 wurde Hptm Bethke Chef der AusbKp 4/5, bereits in dem Bewusstsein, die Kompanie alsbald zur Umwandlung in die NachAusbKp 7/5 abgeben zu müssen. Am 18. November 1980 erhielt die Kompanie einen neuen Auftrag, ihren neuen Namen und eine neue Führung. Ihr Gesicht und der gute Geist jedoch blieben erhalten.
 
Neunzehn Jahre lang erfüllte die Kompanie in zurückhaltender Bescheidenheit ihren jeweiligen Ausbildungsauftrag.

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